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    Strommarkt

    Wann ist Strom am günstigsten? Der Tagesverlauf

    Von Eric Wilkinson · Aktualisiert am 18. Juli 2026 · Quellen unten verlinkt

    Das Wichtigste in Kürze

    • Am günstigsten ist Börsenstrom im Schnitt gegen 13 Uhr mittags (rund 2,9 ct/kWh), am teuersten im Abend-Peak gegen 20 Uhr (rund 23,3 ct/kWh).
    • Über den Tag liegen zwischen billigster und teuerster Stunde im Mittel rund 12,8 ct/kWh.
    • Ein Balkonkraftwerk produziert genau dann am meisten, wenn Strom am billigsten ist: deshalb bringt der eingespeiste Überschuss kaum etwas und Eigenverbrauch ist der eigentliche Sparhebel.
    • Im letzten Jahr war der Börsenpreis in rund 509 Stunden sogar negativ.
    0:00 Uhr: 14 ct/kWh01:00 Uhr: 13 ct/kWh12:00 Uhr: 12,5 ct/kWh23:00 Uhr: 12,3 ct/kWh34:00 Uhr: 12,2 ct/kWh45:00 Uhr: 12,6 ct/kWh56:00 Uhr: 13,7 ct/kWh67:00 Uhr: 13,3 ct/kWh78:00 Uhr: 11,2 ct/kWh89:00 Uhr: 8,3 ct/kWh910:00 Uhr: 6,2 ct/kWh1011:00 Uhr: 4,8 ct/kWh1112:00 Uhr: 3,7 ct/kWh1213:00 Uhr: 2,9 ct/kWh1314:00 Uhr: 3 ct/kWh1415:00 Uhr: 3,9 ct/kWh1516:00 Uhr: 5,5 ct/kWh1617:00 Uhr: 8 ct/kWh1718:00 Uhr: 12 ct/kWh1819:00 Uhr: 18,2 ct/kWh1920:00 Uhr: 23,3 ct/kWh2021:00 Uhr: 22,7 ct/kWh2122:00 Uhr: 18,9 ct/kWh2223:00 Uhr: 15,2 ct/kWh23

    Durchschnittlicher Börsenstrompreis je Stunde · aWATTar, letzte 30 Tage

    Quelle: aWATTar (Börsenstrompreise) · Ø je Stunde, letzte 30 Tage

    Strom hat keinen festen Preis: er schwankt stündlich

    An der Strombörse (dem Day-Ahead-Markt) wird für jede Stunde des nächsten Tages ein eigener Preis gebildet. Er richtet sich danach, wie viel Strom gerade gebraucht wird und wie viel Wind- und Solarstrom im Netz ist. Das Ergebnis ist ein deutlicher Tagesrhythmus, den wir aus den aWATTar-Daten der letzten 30 Tage Stunde für Stunde gemittelt haben: genau die Kurve oben.

    Am günstigsten mittags, am teuersten abends

    Der Tiefpunkt liegt im Schnitt um die Mittagszeit: gegen 13 Uhr kostet die Kilowattstunde an der Börse nur rund 2,9 ct. Der Hochpunkt kommt am Abend: gegen 20 Uhr sind es rund 23,3 ct/kWh. Zwischen der billigsten und der teuersten Stunde eines Tages liegen im Mittel rund 12,8 ct/kWh: das ist die Spanne, die dynamische Tarife und ein Speicher ausnutzen können.

    Über das ganze Jahr gemittelt lag der reine Börsenpreis bei rund 9,4 ct/kWh. Wichtig zur Einordnung: Das ist der Beschaffungspreis an der Börse. Was du als Endkund:in zahlst, liegt deutlich höher, weil Netzentgelte, Steuern und Umlagen oben drauf kommen. Der Tagesverlauf aber überträgt sich 1:1 in einen dynamischen Tarif.

    Warum die Kurve so aussieht

    Mittags scheint die Sonne am stärksten, und Millionen PV-Anlagen (vom Solarpark bis zum Balkonkraftwerk) drücken gemeinsam so viel Strom ins Netz, dass der Preis in den Keller geht. Am Abend fällt die Solarleistung weg, während gleichzeitig Herd, Licht, Fernseher und E-Auto-Ladung zusammenkommen: Die Nachfrage steigt, teure Gaskraftwerke springen ein, der Preis klettert. An besonders sonnigen oder windigen Stunden fällt der Börsenpreis sogar unter null: im letzten Jahr in rund 509 Stunden. Warum das passiert, erklären wir im Artikel Negative Strompreise.

    Was das fürs Balkonkraftwerk bedeutet

    Hier steckt die eigentliche Pointe: Dein Balkonkraftwerk erzeugt seinen Strom genau in den Mittagsstunden, in denen Strom am billigsten ist. Für den Überschuss, den du dann ins Netz schiebst, gibt es bei einem Steckersolargerät praktisch keine Vergütung: er ist im Marktwert kaum etwas wert. Deshalb entscheidet nicht die Einspeisung über den Nutzen deiner Anlage, sondern der Eigenverbrauch: Jede Kilowattstunde, die du selbst nutzt, spart dir den vollen Bezugspreis von rund 0,35 €.

    Die günstigen Stunden aktiv nutzen

    Mit einem dynamischen Stromtarif kannst du den Spieß umdrehen und flexible Verbraucher gezielt in die billigen Mittagsstunden legen: Wasch- und Spülmaschine per Timer, die Wärmepumpe oder das E-Auto. Und wer einen Speicher hat, kann ihn in der günstigen Zeit laden und den Strom im teuren Abend-Peak nutzen. Dieses „Netzladen“ ist ein zweiter Sparhebel neben dem Solarstrom. Ob es sich für dich lohnt, rechnest du im Netzladen-Rechner aus; die Details stehen im Artikel Speicher nachts günstig laden.

    Fazit

    Strom ist mittags am billigsten und abends am teuersten: ein Rhythmus, den die Solarenergie selbst erzeugt. Fürs Balkonkraftwerk heißt das: Nutze deinen Strom möglichst direkt, statt auf eine Einspeisevergütung zu hoffen. Wer zusätzlich einen dynamischen Tarif und einen Speicher clever kombiniert, kann die Tagesspanne von rund 12,8 ct/kWh in echtes Geld verwandeln. Starte mit dem Ertragsrechner und dem Speicher-Rechner.

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    Eric Wilkinson · Gründer & Betreiber

    Ich betreibe Balkonertrag allein, kein Fachbetrieb, kein Installateur, keine Redaktion. Was ich beitrage, ist Methode: Ich werte offene Daten aus (Marktstammdatenregister, PVGIS, Strombörse), nenne zu jeder Zahl die Quelle und kennzeichne, was sich noch nicht belegen lässt. Wo die Daten nichts hergeben, steht hier nichts: lieber eine Lücke als eine erfundene Zahl.

    Aktualisiert am 18. Juli 2026 · Redaktionelle Grundsätze · Quellen dieses Artikels

    Häufige Fragen

    Zu welcher Uhrzeit ist Strom am günstigsten?
    An der Strombörse ist Strom im Schnitt um die Mittagszeit am günstigsten: in unseren aWATTar-Daten der letzten 30 Tage gegen 13 Uhr mit rund 2,9 ct/kWh. Dann speist viel Solarstrom ins Netz ein und drückt den Preis.
    Wann ist Strom am teuersten?
    Am teuersten ist Strom im Abend-Peak: In unseren Daten liegt das Maximum gegen 20 Uhr bei rund 23,3 ct/kWh. Dann kochen, waschen und laden viele Haushalte gleichzeitig, während die Solarleistung schon weg ist.
    Gilt dieser Tagesverlauf auch für meinen Stromtarif?
    Direkt nur, wenn du einen dynamischen (börsenabhängigen) Tarif hast: dann zahlst du stündlich den Börsenpreis plus feste Aufschläge (Netzentgelte, Steuern, Umlagen). Bei einem klassischen Festtarif zahlst du rund um die Uhr denselben Preis; der Tagesverlauf wirkt dort nur indirekt über den Beschaffungspreis deines Anbieters.
    Was bedeutet der Tagesverlauf fürs Balkonkraftwerk?
    Dein Balkonkraftwerk erzeugt seinen Strom mittags, also genau dann, wenn Börsenstrom am billigsten ist. Für eingespeisten Überschuss gibt es deshalb bei Steckersolar praktisch keine Vergütung. Der Wert deiner Anlage steckt im Eigenverbrauch: jede selbst genutzte Kilowattstunde spart dir den vollen Bezugspreis.
    Wie kann ich die günstigen Stunden nutzen?
    Mit einem dynamischen Tarif kannst du flexible Verbraucher (Wärmepumpe, E-Auto, Wasch- oder Spülmaschine) in die günstigen Mittagsstunden legen oder einen Speicher dann laden, um ihn im teuren Abend-Peak zu nutzen. Ob sich das Netzladen rechnet, zeigt unser Netzladen-Rechner.

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    Quellen

    1. aWATTar – Stündliche Börsenstrompreise
    2. SMARD – Strommarktdaten der Bundesnetzagentur
    3. Balkonertrag – dynamische Stromtarife erklärt

    Alle Angaben ohne Gewähr. Rechtliche Hinweise ersetzen keine Rechtsberatung. Stand: 18. Juli 2026.