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    Wie viel CO₂ spart ein Balkonkraftwerk?

    Von Eric Wilkinson · Aktualisiert am 18. Juli 2026 · Quellen unten verlinkt

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ein 800-Watt-Set (821 kWh in Berlin) vermeidet rund 298 kg CO₂ im Jahr, gerechnet mit dem UBA-Strommix von 0,363 kg je kWh.
    • Das entspricht in etwa ≈ 4.830 km elektrisch oder dem CO₂ von rund ≈ 107 Tage Strom für 2 Personen.
    • Alle rund 1.532.970 Balkonkraftwerke in Deutschland zusammen vermeiden grob 596.602 Tonnen CO₂ pro Jahr.
    • Weil Solarstrom fossilen Netzstrom verdrängt, zählt dabei die gesamte Erzeugung: der selbst genutzte ebenso wie der eingespeiste Anteil.
    Berlin: 9.814 t CO₂/JahrBerlinHamburg: 4.657 t CO₂/JahrHamburgMünchen: 3.387 t CO₂/JahrMünchenKöln: 2.824 t CO₂/JahrKölnBremen: 2.722 t CO₂/JahrBremenDresden: 2.341 t CO₂/JahrDresdenDortmund: 2.613 t CO₂/JahrDortmundStuttgart: 2.340 t CO₂/JahrStuttgart

    Jährlich vermiedenes CO₂ der Balkonkraftwerk-Flotte je Großstadt · MaStR × UBA-Strommix

    Quelle: MaStR-Bestand × UBA-Strommix · 0,363 kg CO₂/kWh; Ertrag ~1.000 kWh je kWp (Annahme)

    Rund 298 kg CO₂ pro Set und Jahr

    Jede Kilowattstunde, die dein Balkonkraftwerk erzeugt, ersetzt eine Kilowattstunde aus dem deutschen Strommix und der ist noch immer fossil mitgeprägt. Das Umweltbundesamt beziffert den durchschnittlichen Emissionsfaktor auf 0,363 kg CO₂ je kWh. Ein Standard-Set, das in Berlin rund 821 kWh im Jahr liefert, vermeidet damit etwa 298 kg CO₂, Jahr für Jahr, über die gesamte Lebensdauer der Module.

    Zum Anfassen: Das entspricht ungefähr ≈ 4.830 km elektrisch mit einem E-Auto oder dem CO₂-Fußabdruck von rund ≈ 107 Tage Strom für 2 Personen. Kein einzelnes Set rettet das Klima, aber in der Masse kommt einiges zusammen.

    Ganze Städte: Tausende Tonnen pro Jahr

    Rechnet man die installierte Leistung einer Stadt mit dem lokalen Ertrag und dem Strommix-Faktor hoch, vermeidet allein die Balkonkraftwerk-Flotte der größten Städte jeweils mehrere tausend Tonnen CO₂ pro Jahr (siehe Grafik). Angeführt wird die Rangliste (wenig überraschend) von Berlin, wo die meisten Anlagen hängen. Die kompletten Zahlen je Stadt findest du auf den Städte-Datenseiten und für die Hauptstadt im Artikel Balkonkraftwerk in Berlin.

    Bundesweit: fast 600.000 Tonnen im Jahr

    Über ganz Deutschland summieren sich die rund 1.532.970 registrierten Balkonkraftwerke (zusammen etwa 1.643.533 kWp) auf grob 596.602 Tonnen vermiedenes CO₂ pro Jahr. Wichtig zur Einordnung: Die Zahl der Anlagen und die installierte Leistung stammen exakt aus dem Marktstammdatenregister, der Ertrag ist mit rund 1.000 kWh je kWp als bundesweiter Mittelwert angenommen: es ist also eine belastbare Hochrechnung, keine Messung. Wie viel Strom diese Flotte insgesamt erzeugt, steht im Artikel Deutschlands Balkon-Solar-Flotte.

    Klimabilanz und Kostenbilanz sind nicht dasselbe

    Ein häufiges Missverständnis: Für die CO₂-Bilanz zählt die gesamte erzeugte Strommenge, denn auch der eingespeiste Überschuss verdrängt fossilen Netzstrom. Für deinen Geldbeutel dagegen zählt nur der Eigenverbrauch, weil es für die Einspeisung praktisch keine Vergütung gibt. Klimatisch ist also jede erzeugte Kilowattstunde wertvoll: finanziell nur die selbst genutzte (mehr dazu im Artikel Eigenverbrauch erhöhen).

    Fazit

    Ein Balkonkraftwerk ist kleine Technik mit messbarer Wirkung: rund 298 kg CO₂ pro Set und Jahr, fast 596.602 Tonnen für die gesamte deutsche Flotte. Und weil die Module 20+ Jahre halten, während sich ihre Herstellungsenergie schon nach ein bis zwei Jahren amortisiert, ist die Bilanz eindeutig positiv. Deinen eigenen Wert rechnest du im Ertragsrechner aus.

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    Eric Wilkinson · Gründer & Betreiber

    Ich betreibe Balkonertrag allein, kein Fachbetrieb, kein Installateur, keine Redaktion. Was ich beitrage, ist Methode: Ich werte offene Daten aus (Marktstammdatenregister, PVGIS, Strombörse), nenne zu jeder Zahl die Quelle und kennzeichne, was sich noch nicht belegen lässt. Wo die Daten nichts hergeben, steht hier nichts: lieber eine Lücke als eine erfundene Zahl.

    Aktualisiert am 18. Juli 2026 · Redaktionelle Grundsätze · Quellen dieses Artikels

    Häufige Fragen

    Wie viel CO₂ spart ein Balkonkraftwerk im Jahr?
    Ein Standard-Set mit rund 821 kWh Jahresertrag vermeidet etwa 298 kg CO₂ pro Jahr. Grundlage ist der durchschnittliche CO₂-Faktor des deutschen Strommix (0,363 kg je kWh, Umweltbundesamt): Jede selbst erzeugte Kilowattstunde ersetzt eine aus dem fossil mitgeprägten Netz.
    Wie ist die CO₂-Ersparnis berechnet?
    Jahresertrag (echte PVGIS-Daten für den Standort) mal dem UBA-Emissionsfaktor des Strommix von 0,363 kg CO₂/kWh. Das ist eine Durchschnittsbetrachtung: der tatsächlich verdrängte Kraftwerksmix schwankt über den Tag, weshalb die Zahl eine gute Größenordnung, aber keine Nachkommastelle ist.
    Wie viel CO₂ sparen alle Balkonkraftwerke in Deutschland?
    Bei rund 1.532.970 Anlagen mit zusammen etwa 1.643.533 kWp und einem angenommenen mittleren Ertrag von rund 1.000 kWh je kWp kommen grob 596.602 Tonnen CO₂ pro Jahr zusammen. Das ist eine Hochrechnung: Die installierte Leistung stammt exakt aus dem MaStR, der spezifische Ertrag ist ein Mittelwert.
    Zählt nur der selbst genutzte Strom für die CO₂-Bilanz?
    Nein. Für die CO₂-Bilanz zählt die gesamte erzeugte Menge, denn auch der eingespeiste Überschuss verdrängt anderswo Strom aus dem Netz. Für deinen Geldbeutel dagegen zählt nur der Eigenverbrauch: das ist der entscheidende Unterschied zwischen Klima- und Kostenbilanz.
    Wie schnell hat sich die „graue“ Energie der Herstellung amortisiert?
    Die energetische Amortisation (die Energie, die Herstellung und Transport der Module kosten) liegt bei modernen PV-Modulen in Mitteleuropa bei etwa ein bis zwei Jahren. Danach ist der erzeugte Strom energetisch und klimatisch im Plus, deutlich vor der finanziellen Amortisation.

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    Quellen

    1. Umweltbundesamt – CO₂-Emissionsfaktor des Strommix (0,363 kg/kWh)
    2. Marktstammdatenregister (MaStR), Bundesnetzagentur
    3. PVGIS – Photovoltaic Geographical Information System (EU-Kommission)

    Alle Angaben ohne Gewähr. Rechtliche Hinweise ersetzen keine Rechtsberatung. Stand: 18. Juli 2026.