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    Balkonkraftwerk Berlin: diese PLZ liegen vorn

    Von Eric Wilkinson · Aktualisiert am 18. Juli 2026 · Quellen unten verlinkt

    Das Wichtigste in Kürze

    • Das PLZ-Gebiet 12623 im Osten Berlins führt mit 1.252 eingetragenen Balkonkraftwerken, mehr als jede andere Berliner Postleitzahl.
    • Die zehn stärksten PLZ liegen fast alle im 12xxx- und 13xxx-Gürtel im Osten und Nordosten (Marzahn-Hellersdorf, Lichtenberg, Reinickendorf, Pankow), die dichte Innenstadt-West taucht in der Spitzengruppe nicht auf.
    • Berlinweit sind laut Marktstammdatenregister 27.349 Balkonkraftwerke eingetragen, bundesweit der Spitzenwert unter allen Städten.
    • Das MaStR nennt die Postleitzahl, nicht den Bezirk: PLZ-Gebiete lassen sich Bezirken nur grob zuordnen, exakte Bezirks-Summen gibt die Quelle nicht her.
    PLZ 12623: 1.252 Anlagen12623PLZ 12683: 848 Anlagen12683PLZ 12524: 675 Anlagen12524PLZ 12621: 651 Anlagen12621PLZ 12355: 646 Anlagen12355PLZ 13503: 600 Anlagen13503PLZ 13127: 579 Anlagen13127PLZ 13125: 543 Anlagen13125PLZ 10318: 502 Anlagen10318PLZ 14089: 490 Anlagen14089

    Berliner PLZ-Gebiete mit den meisten Balkonkraftwerken · MaStR

    Quelle: Marktstammdatenregister (MaStR), Bundesnetzagentur · Stand: 20. Juli 2026

    Der Osten Berlins führt: mit deutlichem Abstand

    Berlin ist Deutschlands Balkonkraftwerk-Hauptstadt: 27.349 Anlagen sind im Marktstammdatenregister eingetragen (Stand 20. Juli 2026). Innerhalb der Stadt verteilen sie sich aber alles andere als gleichmäßig. An der Spitze steht das PLZ-Gebiet 12623 mit 1.252 Anlagen, mit Abstand mehr als jede andere Berliner Postleitzahl. Dahinter folgen 12683 mit 848 und 12524 mit 675 Anlagen.

    Auffällig ist das Muster: Die stärksten PLZ tragen fast durchweg eine 12 oder 13 vorne und das ist der Osten und Nordosten der Stadt. Hier die zehn Berliner PLZ-Gebiete mit den meisten Anlagen:

    1. 12623: 1.252 Anlagen
    2. 12683: 848 Anlagen
    3. 12524: 675 Anlagen
    4. 12621: 651 Anlagen
    5. 12355: 646 Anlagen
    6. 13503: 600 Anlagen
    7. 13127: 579 Anlagen
    8. 13125: 543 Anlagen
    9. 10318: 502 Anlagen
    10. 14089: 490 Anlagen

    Kein einziges Gebiet der dichten Innenstadt-West schafft es in diese Top 10. Das einzige 10xxx-Gebiet in der Liste, 10318, liegt ebenfalls im Osten (Lichtenberg/Karlshorst). Wie steil das Gefälle ist, zeigt der Vergleich der Enden: Das Spitzengebiet 12623 kommt auf 1.252 Anlagen, das zehntplatzierte 14089 nur noch auf 490, also gut das Zweieinhalbfache zwischen Platz eins und Platz zehn.

    Warum die 12xxx- und 13xxx-Gebiete vorn liegen

    Ein Blick auf die Karte macht das Muster nachvollziehbar. Die führenden PLZ decken vor allem die äußeren Siedlungs-, Reihenhaus- und Plattenbaugebiete im Osten und Nordosten ab. Dort haben mehr Haushalte einen eigenen, gut nutzbaren Balkon, eine Terrasse oder einen Vorgarten und damit eine Fläche, an die sich ein steckerfertiges Set unkompliziert hängen lässt. In der eng bebauten, oft zur Straße orientierten Innenstadt ist das seltener der Fall.

    Wichtig bleibt die ehrliche Einordnung: Das Register zählt die Zahl der Anlagen je PLZ, nicht deren Ursache. Die Siedlungsstruktur ist eine plausible Erklärung, kein Beweis. Faktoren wie Eigentümerquote, Kaufkraft, lokale Aktionen oder schlicht Nachbarschaftseffekte spielen mit hinein, lassen sich aus dem MaStR aber nicht herauslesen. Was das Register sehr wohl belastbar zeigt, ist die reine Verteilung, und die zeigt klar nach Osten.

    Ein zweiter Vorbehalt betrifft die Art des Rankings: Es sortiert nach absoluten Anlagenzahlen. Ein großes, einwohnerstarkes PLZ-Gebiet landet damit fast automatisch weiter vorne als ein kleines, ganz unabhängig davon, wie hoch der Anteil solarisierter Haushalte tatsächlich ist. Eine Pro-Kopf-Betrachtung würde die Reihenfolge spürbar verschieben und manchen dicht besiedelten Innenstadt-Kiez nach oben ziehen. Genau diesen Unterschied zwischen roher Menge und Dichte beleuchtet unser Artikel Stadt gegen Land im Detail.

    PLZ ist nicht gleich Bezirk: was die Zahlen (nicht) sagen

    Eine Warnung, bevor jemand die Zahlen zu Bezirks-Statistiken umrechnet: Das MaStR liefert die Postleitzahl, nicht den Bezirk. Eine PLZ deckt sich nicht mit einer Bezirksgrenze; ein einzelnes PLZ-Gebiet kann über zwei Bezirke reichen, und ein Bezirk besteht aus vielen PLZ. Exakte Anlagen-Summen pro Bezirk lassen sich daraus nicht bilden. Wir sprechen deshalb bewusst von „PLZ-Gebieten“.

    Grob (und nur grob) lassen sich die Spitzenreiter so verorten: 12623 und 12683 liegen im Raum Marzahn-Hellersdorf, die 13xxx-Gebiete in Reinickendorf und Pankow (Nord), und das erwähnte 10318 in Lichtenberg (Karlshorst). Das ist eine Orientierung für die Landkarte im Kopf, keine amtliche Bezirkszahl. Wer die vollständige, sauber aggregierte Auswertung für Berlin sucht (inklusive Wachstum seit 2020) findet sie auf unserer Berlin-Datenseite.

    Wo Innenstadt und Westen stehen

    Aus der Spitzengruppe lässt sich auch ablesen, wo Berlin (noch) nicht führt. In den Top 10 taucht kein Gebiet aus Charlottenburg-Wilmersdorf, Mitte oder dem westlichen Innenstadtring auf. Das heißt nicht, dass es dort keine Balkonkraftwerke gibt: nur, dass die absolute Anlagenzahl je PLZ dort niedriger ausfällt als in den östlichen Siedlungsgebieten. Für die dicht bebaute City ist das erwartbar: weniger frei nach Süden orientierte Balkonflächen, mehr Mietwohnungen, mehr Denkmalschutz. Auch das ist eine Beobachtung aus den Registerdaten, keine Wertung: ein Nordbalkon in Charlottenburg kann sich genauso lohnen wie ein Südbalkon in Mahlsdorf, nur eben mit geringerem Ertrag.

    Genau in diesen Mietlagen liegt aber das größte Wachstumspotenzial. Seit Oktober 2024 ist das Balkonkraftwerk eine privilegierte bauliche Maßnahme (§ 554 BGB), die Vermieter:innen nur noch aus wichtigem Grund ablehnen können. Was das für Mieter:innen konkret bedeutet, steht in unserem Ratgeber Mietrecht & Balkonkraftwerk. Wie sich Berlin insgesamt gegen die anderen Großstädte schlägt, zeigt das Städte-Ranking; pro Kopf ordnet der Artikel Stadt gegen Land die Zahlen ein.

    Was das für dich heißt

    Für deine Entscheidung ist die PLZ-Karte vor allem eins: ein Stimmungsbild. Ob dein Gebiet vorne oder hinten liegt, sagt nichts über deinen persönlichen Ertrag: die Sonneneinstrahlung ist über Berlin praktisch gleich, entscheidend sind Ausrichtung, Neigung und Verschattung deines Balkons. Rechne deinen konkreten Fall im Ertragsrechner für deine Adresse durch und wirf für die Gesamtzahlen einen Blick auf den Berlin-Überblick.

    Und wenn dein Set steht: Die Anmeldung im Marktstammdatenregister ist Pflicht, kostenlos und in wenigen Minuten erledigt. Nur so landet deine Anlage überhaupt in dieser Statistik. Die Schritte findest du in unserer Anmelde-Anleitung. Je mehr Berliner:innen anmelden, desto genauer wird das Bild, das diese Auswertung zeichnet.

    Genau hier liegt die letzte Einschränkung, die man kennen sollte: Die Zahlen umfassen ausschließlich eingetragene Anlagen. Nicht jede tatsächlich hängende Balkon-Solaranlage ist auch gemeldet, gerade ältere und kleinere Sets rutschen durch. Die realen Werte liegen je PLZ also eher etwas höher als hier ausgewiesen, die Rangfolge zwischen den Gebieten ändert das aber kaum, weil dieser Meldeverzug alle Ecken der Stadt ähnlich betrifft. Als Momentaufnahme der Berliner Steckersolar-Landschaft ist das Register damit die beste öffentlich verfügbare Quelle, und wir aktualisieren diese Auswertung mit jedem neuen MaStR-Datenstand.

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    Eric Wilkinson · Gründer & Betreiber

    Ich betreibe Balkonertrag allein, kein Fachbetrieb, kein Installateur, keine Redaktion. Was ich beitrage, ist Methode: Ich werte offene Daten aus (Marktstammdatenregister, PVGIS, Strombörse), nenne zu jeder Zahl die Quelle und kennzeichne, was sich noch nicht belegen lässt. Wo die Daten nichts hergeben, steht hier nichts: lieber eine Lücke als eine erfundene Zahl.

    Aktualisiert am 18. Juli 2026 · Redaktionelle Grundsätze · Quellen dieses Artikels

    Häufige Fragen

    Welches Berliner PLZ-Gebiet hat die meisten Balkonkraftwerke?
    Die meisten Anlagen stehen im Marktstammdatenregister für die PLZ 12623 (1.252 Anlagen), gefolgt von 12683 (848) und 12524 (675). Alle drei liegen im Osten Berlins.
    Warum liegt der Osten Berlins vorn?
    Die Spitzen-PLZ decken vor allem äußere Siedlungs- und Reihenhausgebiete im Osten und Nordosten ab, wo mehr Menschen eigene, gut nutzbare Balkone, Terrassen oder Gärten haben. Das begünstigt Steckersolar plausibel: als Beleg dient es aber nicht, das Register erfasst nur die Zahl der Anlagen je PLZ, nicht die Gründe.
    Kann ich aus der PLZ den Bezirk ablesen?
    Nur ungefähr. Eine Postleitzahl deckt sich nicht mit einer Bezirksgrenze: ein PLZ-Gebiet kann über zwei Bezirke reichen. Grob liegen 12623/12683 im Raum Marzahn-Hellersdorf, die 13xxx-Gebiete in Reinickendorf und Pankow, 10318 in Lichtenberg (Karlshorst). Exakte Summen pro Bezirk lassen sich daraus nicht bilden.
    Wie viele Balkonkraftwerke gibt es in Berlin insgesamt?
    Für ganz Berlin sind 27.349 Steckersolar-Anlagen im Marktstammdatenregister eingetragen (Stand 20. Juli 2026). Damit ist Berlin die Stadt mit den meisten Anlagen bundesweit. Die vollständige Auswertung mit Wachstumskurve steht auf unserer Berlin-Datenseite.
    Wie viel Strom bringt ein Balkonkraftwerk in Berlin?
    Der Ertrag hängt an Ausrichtung, Neigung und Verschattung, nicht an der Postleitzahl: die Sonneneinstrahlung ist über die Stadt praktisch gleich. Deinen konkreten Wert für deine Adresse rechnest du im Ertragsrechner aus; die Berlin-übergreifenden Zahlen findest du im Berlin-Artikel.

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    Quellen

    1. Marktstammdatenregister (MaStR), Bundesnetzagentur
    2. Balkonertrag – Stadt-Daten Berlin (eigene Auswertung)

    Alle Angaben ohne Gewähr. Rechtliche Hinweise ersetzen keine Rechtsberatung. Stand: 18. Juli 2026.